Frauenosteopathie: Neues bvo-Qualitätssiegel macht Spezialisierung sichtbar
01.07.26
Themen wie Zyklusbeschwerden, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Beckenbodengesundheit oder Wechseljahre gewinnen in der Osteopathie zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig rücken geschlechtsspezifische Unterschiede in Gesundheit und Therapie stärker in den Fokus. [1, 2] Vor diesem Hintergrund hat der Bundesverband Osteopathie e.V. – bvo das neue Qualitätssiegel „Frauenosteopathie“ eingeführt.

Neues Qualitätssiegel für Frauenosteopathie
Mit dem Qualitätssiegel „Frauenosteopathie“ können sich bvo-Mitglieder künftig für eine Spezialisierung im Bereich der osteopathischen Begleitung von Frauen zertifizieren lassen.
Das Siegel kennzeichnet Therapeutinnen und Therapeuten, die sich intensiv mit frauenspezifischen Themen auseinandergesetzt und entsprechende Fort- und Weiterbildungen absolviert haben. Ziel ist es, Qualifikationen sichtbar zu machen, Orientierung zu schaffen und hohe Qualitätsstandards transparent darzustellen.
„Eine Spezialisierung auf Frauenosteopathie war eine logische Konsequenz“, erklärt die 1. Vorsitzende des Bundesverbands Osteopathie e.V. – bvo, Christine Berek. „Wir beobachten seit Jahren ein wachsendes Interesse an diesem Fachbereich. Mit dem Qualitätssiegel schaffen wir nun klare und nachvollziehbare Standards.“
Welche Voraussetzungen gelten?
Für die Zertifizierung müssen bvo-Mitglieder definierte Qualitätskriterien erfüllen. Dazu gehören:
- eine abgeschlossene Osteopathie-Ausbildung,
- nachgewiesene Fort- und Weiterbildungen im Bereich Frauenosteopathie mit mindestens 100 Unterrichtseinheiten.
Grundlage ist ein vom bvo entwickeltes Curriculum, das die Anforderungen an die Spezialisierung festlegt. Weitere Informationen finden Mitglieder im Mitgliederbereich oder erhalten diese auf Anfrage bei der Bundesgeschäftsstelle.
Mehr Sichtbarkeit für spezialisierte Therapeutinnen und Therapeuten
Für zertifizierte Mitglieder bietet das Qualitätssiegel mehrere Vorteile.
Die Spezialisierung wird im bvo-Therapeutenverzeichnis sichtbar ausgewiesen. Dadurch können Patientinnen gezielt nach Therapeutinnen und Therapeuten suchen, die sich beispielsweise mit Themen wie:
- Endometriose,
- Kinderwunsch,
- Schwangerschaft,
- Beckenbodenbeschwerden,
- Zyklusbeschwerden oder
- Wechseljahren
beschäftigen.
Gleichzeitig unterstützt das Siegel die Außendarstellung der eigenen Praxis. Die nachgewiesene Zusatzqualifikation kann in der Patientenkommunikation sowie im Austausch mit Ärztinnen, Ärzten, Hebammen und anderen Gesundheitsberufen transparent dargestellt werden.

Qualität transparent machen
Mit dem neuen Qualitätssiegel setzt der Bundesverband Osteopathie e.V. – bvo seinen Weg fort, Spezialisierungen innerhalb der Osteopathie nachvollziehbar auszuweisen und Qualitätsstandards sichtbar zu machen.
Das Siegel soll dazu beitragen,
- Patientinnen eine bessere Orientierung zu ermöglichen,
- zusätzliche Qualifikationen von Therapeutinnen und Therapeuten sichtbar zu machen,
- Transparenz innerhalb der Osteopathie zu fördern und
- die fachliche Weiterentwicklung des Berufsstandes zu unterstützen.
Qualitätssiegel beantragen
bvo-Mitglieder, die bereits entsprechende Fort- oder Weiterbildungen im Bereich Frauenosteopathie absolviert haben, können ihre Nachweise bei der Bundesgeschäftsstelle einreichen.
Bei Fragen zu den Anforderungen, den erforderlichen Nachweisen oder zum Zertifizierungsprozess informiert die Geschäftsstelle gerne über die Details des neuen Qualitätssiegels.
Quellen:
[1] Statista: Umfrage zur Nutzung alternativer Heilverfahren in Deutschland nach Geschlecht 2018.
[2] Quarks: Warum Frauen medizinisch benachteiligt sind.
Interessantes über den/die Autoren
Jacqueline Damböck
Von Kindesbeinen an hat Jacqueline Damböck mit Gesundheitsthemen zu tun: Aufgewachsen in einer Massagepraxis und später Physiotherapie hat sie sich daneben schon immer für Medien und den Journalismus interessiert. Nach der kaufmännischen Ausbildung im Verlag absolvierte sie daher das Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach.
Im Anschluss sammelte sie Erfahrungen als Fachredakteurin, freie Journalistin und Werbetexterin. Bevor sie zum bvo wechselte war sie Chefredakteurin der CO.med.
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