Osteopathie bei chronischen Schulterschmerzen: Neue Charité-Studie untersucht Behandlungskonzept
10.06.26
Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Alltag und können den Schlaf, die Arbeit und alltägliche Bewegungen deutlich beeinträchtigen. Viele Menschen suchen neben der klassischen medizinischen Versorgung auch Unterstützung durch Osteopathie, um ihre Beschwerden besser in den Griff zu bekommen. Welche Rolle osteopathische Behandlungen bei chronischen Schulterschmerzen spielen können, untersucht aktuell die „OsteoShoulder“-Studie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.
Was untersucht die „OsteoShoulder“-Studie?
Die Studie ist im Herbst 2024 gestartet. Das Ziel ist, herauszufinden, wie gut eine Kombination aus osteopathischer Behandlung und einfachen Heimübungen im Vergleich zu einem reinen Übungsprogramm wirkt.
Dafür werden zwei Gruppen miteinander verglichen:
- Gruppe 1 erhält fünf osteopathische Behandlungen über drei Monate und führt regelmäßig Übungen zu Hause durch.
- Gruppe 2 führt ausschließlich das gleiche Übungsprogramm durch, erhält aber keine osteopathische Behandlung.
Untersucht wird nach zwölf Wochen unter anderem:
- wie stark sich die Schmerzen verändern,
- ob die Beweglichkeit zunimmt,
- wie sich Schulterfunktion und Lebensqualität entwickeln,
- wie sich die Patienten subjektiv fühlen.
Die wissenschaftliche Auswertung läuft streng kontrolliert und unabhängig.
Studienleiterin PD Dr. med. Gabriele Rotter betont: „In der täglichen Praxis werden oft positive Entwicklungen beobachtet.“ Mit der Studie möchte das Team genau diese überprüfen.
Warum ist diese Forschung wichtig?
Viele Menschen mit chronischen Schulterschmerzen suchen nach ergänzenden Wegen, um ihren Alltag wieder leichter und beweglicher zu gestalten. Die Ergebnisse der Charité-Studie sollen dazu beitragen, besser zu verstehen,
- ob Osteopathie Patienten unterstützen kann,
- ob eine Kombinationen aus Übungen und Behandlung sinnvoll sein können
- und welche Ansätze in Zukunft weiterentwickelt werden sollten.
Die Studie läuft am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité und wird voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen.
Worauf Patienten achten sollten
In Deutschland ist Osteopathie bislang nicht gesetzlich geregelt. Umso wichtiger ist es, auf qualifizierte Behandler zu achten.
Eine gute Orientierung bietet die Therapeutenliste des Bundesverbands Osteopathie e.V. – bvo.
Hier finden Patienten ausschließlich qualifizierte Fachpersonen, die eine entsprechende Ausbildung haben und sich regelmäßig fortbilden.
Hier finden Sie qualifizierte Osteopathen in Ihrer Nähe:
Interessantes über den/die Autoren
PD Dr. med. Gabriele Rotter, MSc
PD Dr. med. Gabriele Rotter, MSc, ist Fachärztin für Orthopädie und MSc in Osteopathie. Sie arbeitet in Klinik, Forschung und Lehre an der Charité — Universitätsmedizin Berlin am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie (CMSC) sowie am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie. Ihre Antrittsvorlesung zur Habilitation an der Charité hat sie zum Thema „Muskuloskelettale Schmerzen in der Musikermedizin und Osteopathischen Medizin“ gehalten. Sie ist seit Oktober 2023 im wissenschaftlichen Beirat des bvo.
Kontakt:
Jacqueline Damböck
Von Kindesbeinen an hat Jacqueline Damböck mit Gesundheitsthemen zu tun: Aufgewachsen in einer Massagepraxis und später Physiotherapie hat sie sich daneben schon immer für Medien und den Journalismus interessiert. Nach der kaufmännischen Ausbildung im Verlag absolvierte sie daher das Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach.
Im Anschluss sammelte sie Erfahrungen als Fachredakteurin, freie Journalistin und Werbetexterin. Bevor sie zum bvo wechselte war sie Chefredakteurin der CO.med.
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