Osteopathie bei Rückenschmerzen: forsa-Umfrage zeigt hohe Patientenzufriedenheit
08.09.26
Eine aktuelle forsa-Befragung von 1.100 Erwachsenen mit Rückenbeschwerden zeigt: Patientinnen und Patienten, die zusätzlich zur schulmedizinischen Versorgung osteopathisch behandelt wurden, waren deutlich zufriedener mit ihrer Behandlung und nahmen bestimmte Leistungen des Gesundheitssystems seltener in Anspruch als vergleichbare ausschließlich schulmedizinisch behandelte Patientinnen und Patienten.
Osteopathie ist fester Bestandteil der Rückenversorgung
54 Prozent der zusätzlich osteopathisch Behandelten waren mit ihrer Behandlung sehr zufrieden – gegenüber 37 Prozent in der Vergleichsgruppe. Auch der Anteil der Patientinnen und Patienten, die einen Hausarzt oder Allgemeinmediziner aufsuchten, lag mit 35 Prozent deutlich unter dem der Vergleichsgruppe mit 51 Prozent.
Eine aktuelle forsa-Befragung zeigt, dass Patientinnen und Patienten in der Rückenversorgung mit der Osteopathie sehr zufrieden sind. Viele Betroffene suchen bereits heute bei Rückenschmerzen gezielt Osteopathinnen und Osteopathen auf.
Zwischen dem 24. Februar und dem 11. März 2026 befragte forsa insgesamt 1.100 Erwachsene mit Rückenbeschwerden. 500 von ihnen wurden zusätzlich osteopathisch behandelt, 600 ausschließlich schulmedizinisch versorgt. Für den Gruppenvergleich wurden die Strukturen hinsichtlich Alter, Geschlecht, Diagnose und Begleiterkrankungen angeglichen und gewichtet. Die Befragung wurde im Auftrag der Osteopathie-Allianz, bestehend aus dem Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO und dem Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e.V., durchgeführt.

Hohe Zufriedenheit mit Osteopathie bei Rückenschmerzen
„Die Ergebnisse zeigen, dass Osteopathie einen wichtigen Beitrag in der Gesundheitsversorgung von Menschen mit Rückenbeschwerden leisten kann. Die Zahlen zeigen eine Versorgung, die bei den Menschen ankommt. 19 Millionen nutzen die Osteopathie bereits — es ist Zeit, ihnen einheitliche Standards zu garantieren. Besonders bemerkenswert ist, dass die zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten das Gesundheitssystem an zentralen Stellen weniger in Anspruch nahmen und gleichzeitig zufriedener mit ihrer Behandlung waren“, sagt Prof. Marina Fuhrmann, Vorsitzende des VOD.
Geringere Inanspruchnahme von Hausärzten
Die Osteopathie ersetzt keine Grundversorgung — sie verändert die Versorgungswege. Es zeigte sich unter anderem, dass nur 35 Prozent der zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten einen Hausarzt beziehungsweise Allgemeinmediziner aufsuchten. In der ausschließlich schulmedizinisch behandelten Vergleichsgruppe waren es 51 Prozent.
Auch Krankenhausaufenthalte fielen seltener an. Besonders deutlich zeigte sich der Unterschied bei den Krankenhausnächten: 0,1 statt 0,6 Nächte je Patient — ein Rückgang um 83 Prozent bei insgesamt seltenen Klinikaufenthalten.
Zudem nahmen die zusätzlich osteopathisch behandelten Patientinnen und Patienten signifikant seltener Medikamente ein (63 statt 70 Prozent). Sie berichteten außerdem häufiger über eine Verbesserung ihrer Beschwerden und bewerteten ihre Behandlung insgesamt deutlich positiver.
Was die forsa-Umfrage zur Osteopathie zeigt
Die folgenden Ergebnisse geben einen kompakten Überblick über die zentralen Erkenntnisse der Befragung.
Zentrale Ergebnisse im Überblick
- 1.100 Erwachsene mit Rückenbeschwerden wurden befragt.
- 500 wurden zusätzlich osteopathisch, 600 ausschließlich schulmedizinisch behandelt.
- 54 Prozent der zusätzlich osteopathisch Behandelten waren mit ihrer Behandlung sehr zufrieden – gegenüber 37 Prozent in der Vergleichsgruppe.
- 35 Prozent der zusätzlich osteopathisch Behandelten suchten einen Hausarzt beziehungsweise Allgemeinmediziner auf – gegenüber 51 Prozent in der Vergleichsgruppe.
- Die Zahl der Krankenhausnächte lag bei 0,1 statt 0,6 Nächten je Patient.
- Zusätzlich osteopathisch behandelte Patientinnen und Patienten nahmen signifikant seltener Medikamente ein (63 statt 70 Prozent).
- Die Gruppen wurden nach Alter, Geschlecht, Diagnose und Begleiterkrankungen angeglichen und gewichtet.
Fazit
Die Ergebnisse der Befragung geben einen Einblick in die Erfahrungen von Menschen mit Rückenbeschwerden, die zusätzlich osteopathisch behandelt wurden. Dabei zeigt sich insbesondere eine hohe Zufriedenheit mit der Behandlung.
Osteopathie braucht klare Rahmenbedingungen
„Die forsa-Befragung zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial Osteopathie für Patientinnen und Patienten und gleichzeitig für das Gesundheitssystem haben kann. Diese Ergebnisse unterstreichen einmal mehr, wie wichtig eine berufsgesetzliche Regelung der Osteopathie ist. Nur mit klar geregelten Qualitätsstandards, einer einheitlichen Ausbildung und rechtlicher Anerkennung kann dieses Potenzial langfristig verantwortungsvoll genutzt und weiter wissenschaftlich untersucht werden“, betont Christine Berek, Vorsitzende des BVO.
Zur Befragung
- Teilnehmer: 100 Erwachsene mit Rückenbeschwerden — 500 zusätzlich osteopathisch, 600 ausschließlich schulmedizinisch behandelt
- Gruppen: nach Alter, Geschlecht, Diagnose und Begleiterkrankungen angeglichen
- Gruppenvergleich: auf Basis der gewichteten Strukturen
- Erhebungszeitraum: Februar/März 2026
Interessantes über den/die Autoren
Jacqueline Damböck
Von Kindesbeinen an hat Jacqueline Damböck mit Gesundheitsthemen zu tun: Aufgewachsen in einer Massagepraxis und später Physiotherapie hat sie sich daneben schon immer für Medien und den Journalismus interessiert. Nach der kaufmännischen Ausbildung im Verlag absolvierte sie daher das Ressortjournalismus-Studium mit Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach.
Im Anschluss sammelte sie Erfahrungen als Fachredakteurin, freie Journalistin und Werbetexterin. Bevor sie zum bvo wechselte war sie Chefredakteurin der CO.med.
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