Osteopathie und gesunde Ernährung

25.03.22

Osteopathen haben stets ein Auge auf die Ernährung ihrer Patienten, denn oft hängt ein körperliches Problem, wie z.B. Verspannungen oder Knieschmerzen mit der Ernährungsweise zusammen. Vegan, vegetarisch, weniger Zucker oder Fleisch? Gesünder ernähren – ja! Auch beim Kinderwunsch spielt die Ernährung bei Frau UND Mann eine wichtige Rolle. Aber was ist gesund für mich? Lebensmittel, die für den einen Menschen gesund sind, können bei einem anderen Allergien auslösen. Im Folgenden verrät die BVO-Osteopathin Michaela Wunsch den besten Weg, um sich gesund zu ernähren.

Gesunde Ernährung ist nicht gleich gesunde Ernährung – das weiß die BVO-Osteopathin Michaela Wunsch. Foto: udra11 / Shutterstock
Gesunde Ernährung ist nicht gleich gesunde Ernährung – das weiß die BVO-Osteopathin Michaela Wunsch. Foto: udra11 / Shutterstock

Kennen Sie den Spruch „Du bist, was du isst“? Man könnte diesen sogar noch drastischer formulieren: Schlechte Ernährung kann Leben kosten. „Zu viel Salz und Zucker, zu wenig Nüsse und Früchte: Schlechte Ernährung kostete im Jahr 2017 weltweit elf Millionen Menschen das Leben. So lautet das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, die Daten aus 195 Ländern auswertete“, das schreibt Heilpraktikerin und Medizinjournalistin Martina Schneider [1] über die Auswirkungen schlechter Ernährung und beruft sich dabei auf eine US-amerikanische Studie, die zwischen 1990 und 2017 durchgeführt wurde.

Mit der Osteopathie zur richtigen Ernährung?

Falsche Ernährung führt zur Übersäuerung des Gewebes, zu Völlegefühl und Blähungen. Die Folgen sind Verspannungen im Fasziengewebe. Osteopathen arbeiten mit dem Fasziengewebe und spüren mögliche Blockaden mit ihren Händen auf. Zusammen mit einer ausführlichen Anamnese finden Therapeuten heraus, ob ihr Patient Symptome aufweist, die mit der Ernährung im Zusammenhang stehen.

Es gibt zahlreiche Beispiele aus der osteopathischen Praxis, bei denen Erkrankungen des Bewegungsapparates oder des Organsystems Ausdruck falscher Ernährung sind. Denn das gesamte Organ- und Skelettsystem kann durch so entstehende Entzündungsprozesse negativ beeinflusst werden. Arthrose, Gicht und sogar Autoimmunkrankheiten sind mögliche Folgen. Aber auch typische Alltagsbeschwerden hängen manchmal mit der Ernährung zusammen: „Wenn Leber und Gallensystem nicht mehr richtig arbeiten, kann sich das beispielsweise in Kniebeschwerden oder Migräne zeigen, um nur eines von zahlreichen Beispielen zu nennen, bei denen ungesunde Ernährung die Ursache für eine Erkrankung ist“, weiß die BVO-Osteopathin Michaela Wunsch.

Mit seinen geschulten Händen erspürt der Osteopath Verspannungen und Blockaden im Körper – und auch des Fasziengewebes. Denn letzteres gibt oft Hinweise darauf, wie „gesund“ sich der Patient ernährt. Foto: KatrinDreher – stock.adobe.com
Mit seinen geschulten Händen erspürt der Osteopath Verspannungen und Blockaden im Körper – und auch des Fasziengewebes. Denn letzteres gibt oft Hinweise darauf, wie „gesund“ sich der Patient ernährt. Foto: KatrinDreher – stock.adobe.com

Das richtige Ernährungskonzept – gibt es das?

„Nein, es gibt kein allgemeines Ernährungskonzept“, erklärt Michaela Wunsch weiter. „Der für ein Individuum richtige Ernährungsansatz ist genau so individuell, wie jeder Mensch auch. Es braucht in der Regel einen erfahrenen Therapeuten, der diesen Findungsprozess begleitet. Nur so ist eine dauerhaft gesunde und artgerechte Ernährung möglich.“ Es ist wichtig, dass jeder Patient individuell betreut und die Ernährung sorgfältig abgestimmt wird. Faktoren wie Epigenetik und die jeweilige Vorgeschichte können hier relevant sein.  

Außerdem: „Der Säure-Basen-Haushalt sollte ausgewogen sein und die Ernährung frei von Stoffen, die Entzündungen im Körper hervorrufen und zu Verschlackung führen“, so Osteopathin Michaela Wunsch.


Zum Thema Ernährung und Osteopathie passt ebenfalls unser Artikel zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte

Die 4 wertvollsten Tipps rund um das Thema Ernährung

  1. „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“ – Hippokrates
  2. Mahlzeiten, sollten ausgewogen, individuell und leicht zuzubereiten zu sein.
  3. Gefühl für den eigenen Körper entwickeln und spüren, was guttut und was nicht.
  4. Ernährung und der Umgang mit gesunden Lebensmitteln soll Freude machen.

Sind gesunde Lebensmittel immer gesund?

Hier gilt, wie bei vielen anderen Lebensmitteln: Die Dosis macht das Gift – und auch die Art der Anwendung. Es gibt Studien, die sowohl die gesundheitsfördernde Wirkung der Milch belegen – als auch jene, die deutlich zeigen, dass Milch der Gesundheit schadet. In der Osteopathie lautet der Grundsatz, dass jeder Mensch individuell und ganzheitlich betrachtet wird.

Hier gilt es achtsam zu sein und den Körper genau zu beobachten. Dieser Ansatz gilt für viele Lebensmittel. Beispielsweise ist auch Gemüse nicht automatisch unbedenklich. So ist die Zubereitung bei vielen Lebensmitteln zentral für die Bekömmlichkeit. Zum Beispiel bei Nachtschattengewächsen, wie Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln. Hier muss auf den Garungsprozess geachtet werden: Kartoffeln kochen und im Idealfall einen Tag stehen lassen; Auberginen nicht roh essen, sondern leicht andünsten. Denn in diesen Pflanzen ist Solanin, eine schwach giftige chemische Verbindung, enthalten. Viele andere Pflanzen enthalten ebenso Gifte zum Schutz vor Fressfeinden. Einige dieser Gifte können den menschlichen Verdauungstrakt angreifen und Erkrankungen der Darmschleimhaut, wie etwa das Leaky-Gut-Syndrom, auslösen. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, wie man die Lebensmittel zu sich nimmt.

Am besten finden Sie gemeinsam mit einem in Ernährungsfragen erfahrenen Osteopathen heraus, was Ihnen guttut und von welchen Lebensmitteln Sie künftig besser die Finger lassen.

Ein Osteopath in Ihrer Nähe ist dank der BVO Osteopathen-Suche schnell gefunden. Klären Sie am besten schon bei der Terminfindung ab, dass es Ihnen um das Thema Ernährung geht, nicht alle Osteopathen sind auf diesem Gebiet spezialisiert.


[1] Schneider, M. Schlechte Ernährung kann Leben kosten. CO.med 7/2020, S. 20ff


Interessantes über den/die Autoren


Anja Reinhardt

Seit 2016 führt Anja Reinhardt eine eigene PR- und Contentagentur im Hotel-, Tourismus- und Gesundheitsbereich. Schon während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften mit Schwerpunkt Public Relations hat sie erste Erfahrungen im PR-Bereich gesammelt. Danach war sie u.a. bei der Bayern Tourismus Marketing GmbH und als stv. Geschäftsführerin des Oberbayern München Tourismus e.V. tätig. Online-Texte, PR-Konzepte und Social Media sind ihr täglich Brot – inkl. einem besonderen „G’spür für Geschichten“.

Für den BVO-Blog „Osteopathie Magazin“ schreibt Anja Reinhardt schon seit 2018.

Kontakt:
presse@bv-osteopathie.de

Michaela Wunsch

Michaela Wunsch ist Physiotherapeutin, Heilpraktikerin und Osteopathin. Sie hat zusätzlich Fortbildungen in Kinderosteopathie, Irlen Screening und zur Körpertherapeutin mit Schwerpunkt Osteopathie und Körperarbeit nach Friedrich Wagner® abgeschlossen. Besonders geprägt hat Michaela Wunsch ihre Zeit im Universitätskinderklinikum Freiburg. Seit 2004 arbeitet sie in eigener Praxis mit Neugeborenen, Säuglingen und Kindern. So ist auch einer ihrer jetzigen Praxis-Schwerpunkte die Behandlung von Säuglingen, Babys und Kindern.

 

Kontakt:

autor@michaelawunsch.de

www.wunsch-osteopathie.de


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