Osteopathie und psychischer Stress

13.09.19
Unhappy
Zur ganzheitlichen Herangehensweise gehört auch der Blick auf die seelische Gesundheit. Foto: fizkes / Shutterstock

Wenn sich seelische Belastungen von Kopf bis Fuß bemerkbar machen, kann Osteopathie Linderung verschaffen.

„Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare“ wusste schon der deutsche Schriftsteller Christian Morgenstern. Psychische Herausforderungen, wie andauernde Konflikte, Stress oder Überforderung können zu Verspannung der Muskulatur führen und das Nervensystem überlasten. Vor allem wenn Emotionen unbewusst bleiben oder bewusst unterdrückt werden. „Geh Du vor, sagte die Seele zum Körper, auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.“ Der viel zitierte Satz des Fotografen und Schriftstellers Ulrich Schaffer beschreibt, was die Folge davon sein kann: Der Körper meldet sich in Form von Krankheitssymptomen zu Wort: Die Sorgen schlagen auf den Magen. Die Angst sitzt uns im Nacken. Der Ärger lässt die Galle überlaufen. Auch Sigmund Freud ging davon aus, dass psychische Konflikte sich in körperliche Beschwerden umwandeln. Doch gerade bei Stress und Überlastung dauert es sehr lange, bis sich der Körper zu Wort meldet.

Wie kann Osteopathie bei seelischem Stress helfen?

Während sich der Physiotherapeut in erster Linie um lokale Beschwerden kümmert und der Chiropraktiker um Wirbelsäule und Gelenke, arbeitet der Osteopath ganzheitlich und schließt den gesamten Körper und die psychische Verfassung in einer ausführlichen Anamnese und der Behandlung mit ein. Bei psychischen Belastungen und Stress kommt es zu „osteopathischen Verletzungen“, die nicht zwingend Schmerz verursachen – aber sich stets in Faszien und Gewebe bemerkbar machen. Solche Veränderungen kann der Osteopath mit bloßer Berührung erspüren.

Osteopathen, die nach bvo Standard ihr Handwerk gelernt haben, können mit ihren geschulten Händen die Beschaffenheit, Temperatur und Spannung der Haut ertasten und darüber hinaus erkennen, wie es Faszien und Organen geht. Mit sanftem Druck können Verhärtungen gelöst, Fehlstellungen korrigiert und somit Leiden gelindert werden.

Wenn Rücken, Schulter und Nacken wieder entspannt und schmerzfrei sind, kann auch das Nervenkostüm wieder zur Ruhe kommen. Zudem entsteht durch die Behandlung bei vielen Patienten ein innerliches Gefühl des “Verstanden-Werdens”, was sich beruhigend und heilsam auf Körper und Geist auswirken kann.

Bei welchen psychischen Belastungen kann Osteopathie Linderung verschaffen?

  • Stress
  • Innere Unruhe
  • Überlastung
  • Burnout
  • Nervosität
  • Leichte depressive Verstimmungen
  • Dauerhafte negative Stimmungslage

Schwere psychische Leiden wie Depressionen sollten nicht von einem Osteopathen allein behandelt werden. Allerdings ist die Osteopathie häufig auch hier eine gute Begleittherapie.

Weitere Informationen verrät auch bvo-Mitglied André Bodendörfer im bvo-Podcast „Nachgefragt…“ in Folge 12: hier und überall, wo es Podcasts gibt.



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