Faszien, Stress und Körperwahrnehmung

Start der Veranstaltung: 20.09.2026 18:30Uhr

Dozent: Robert Schleip, Prof. Dr. biol. hum., Dipl. Psych.

Neuere Forschungen zeigen, dass das kollagene, faserige Bindegewebsnetzwerk des Körpers – unsere

Faszien – eine wesentlich aktivere Rolle spielt als lange angenommen. Faszien können ihre Steifigkeit

unabhängig von muskulärer Aktivität verändern, sie fungieren als wichtige Schmerzgeneratoren und stellen

zugleich unser reichhaltigstes Sinnesorgan für Körperwahrnehmung dar.

In jüngster Zeit wurde zudem eine komplexe Verbindung zwischen Faszien, dem autonomen

Nervensystem (ANS) und emotionalen Prozessen sichtbar. Diese neuen Erkenntnisse eröffnen

faszinierende Perspektiven für therapeutische Ansätze – insbesondere in der Arbeit mit posttraumatischen

Belastungsstörungen, chronischem Stress und muskuloskelettalen Beschwerdebildern.

Prof. Dr. Robert Schleip, Leiter des Fascia Research Project (Technische Universität München &

Universität Ulm), vermittelt in diesem Webinar einen verständlichen Überblick über die wichtigsten

internationalen Forschungsergebnisse und zeigt, wie sich diese Erkenntnisse in die therapeutische Praxis

integrieren lassen.

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Inhalte:

Faszien als reichhaltigstes Sinnesorgan des Menschen: Welche Konsequenzen hat diese neue Erkenntnis

für die neurophysiologische Forschung?

• Faszien und Interozeption: Einfluss viszeraler und (sub)kutaner Rezeptoren auf das Körperbild und auf emotionale Grundausrichtungen.

• Interozeption versus Propriozeption: Welche Berührungsqualitäten sprechen welche kortikalen Hauptfunktionen an?

• Vorhersagen des Gehirns: Warum die Rolle des „predictive coding“ bei der Interozeption um ein Vielfaches größer ist als bei der Propriozeption.

• Sympathische Innervation: Welche Funktionen erfüllt die rekordverdächtig hohe Innervationsdichte sympathischer Nerven im körperweiten Fasziennetz? Bei welchen Pathologien ist diese Innervation signifikant gestört – und welche Faszienschichten spielen hierbei die wichtigste Rolle?

• Stress und Faszien: Auswirkungen von chronischem emotionalem Stress auf funktionelle und morphologische myofasziale Eigenschaften.

• Neuroendokrine Aspekte: Welche Rolle spielen spezifische Zellbotenstoffe sowie das Stresshormon Adrenalin?

• Posttraumatische Belastungsstörungen: Wie wirken sich traumatische Erfahrungen auf messbare fasziale Eigenschaften aus?

• Das fasziale Mikrobiom: Warum nicht alles bedrohlich ist, was sich in uns tummelt – und welcherEinfluss auf die Psyche bislang bekannt ist.

• Fluid-Stasis in der Grundsubstanz: Wurzel allen Übels oder Nebenschauplatz der dynamischen Interaktion zwischen Psyche, Faszien und Immunsystem?

• Depressive Verstimmungen: Update laufender Studien zu faszialen Aspekten bei depressiven Störungen; mögliche Anwendungen für Betroffene und Gesunde.

• Von Astronauten und Marathonläufern lernen: Wie hängen Faszien und Immunsystem miteinander zusammen?

• Vagus-Stimulation – elektrisch oder mechanisch? Wie kann die neue Kritik am polyvagalen Modell die tägliche Praxis bereichern?

• Embodiment und Achtsamkeit: Ihre Bedeutung in der faszialen Wahrnehmung und therapeutischen Arbeit.

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Zielgruppen:

Dieser Workshop richtet sich an Alle, die ihre bisherigen Kenntnisse in Theorie und Praxis mit erfrischenden Inspirationen und konkreten praktischen Tipps und Anleitungen erweitern möchten. Dies gilt z.B. für Ärzte der Orthopädie, Therapeut*innen der Physio-, Ergo-, und Osteopathie, Pädagog*innen der Feldenkrais-Methode, F.M. Alexander-Technik, Rolfing und Eutonie, Trainer*innen für Pilates, Yoga, Tanz und Personaltraining, sowie Atem- und Stimmtraining. Ebenso an Liebhaber*innen der östlichen oder westlichen Bewegungskünste und interessierte Laien, die mehr über Körperwahrnehmung und Bewegungs-Koordination aus faszialer Sicht für ihren Alltag lernen wollen.

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Robert Schleip, Prof. Dr. biol. hum., Dipl. Psych.

Leiter der Fascia Research Group (Technische Universität München & Universität Ulm) und Forschungsdirektor der European Rolfing Association. Er war Mitinitiator des 1. Fascia Research Congress (Harvard Medical School, Boston 2007), der den wissenschaftlichen Durchbruch in der Faszienforschung markierte. Seine experimentelle Promotionsarbeit zur „aktiven Faszienkontraktilität“ wurde 2006 mit dem Vladimir-Janda-Preis ausgezeichnet. Prof. Schleip ist Autor zahlreicher Fachpublikationen und Bücher über Faszien.

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Eva-Maria Spieß

FELDENKRAIS® Practitioner FVD

Fortbildungsorganisation

Uhlandstr. 30, 60314 Frankfurt

Tel. 069 7384173 od. 0177 3426304

www.ems-feldenkrais.de


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