HomeBVO NewsOsteopathie – alternative Behandlungsmethode bei unerfülltem Kinderwunsch

Osteopathie – alternative Behandlungsmethode bei unerfülltem Kinderwunsch

02.12.19

Im Interview mit BVO-Mitglied Hella Peter, Expertin in Sachen Osteopathie bei unerfülltem Kinderwunsch, werden im Folgenden Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema Osteopathie bei unerfülltem Kinderwunsch gegeben.

787.523 Babys sind laut Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Jahr 2018 in Deutschland zur Welt gekommen. Somit stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahr um 2600 Neugeborene. 42.904 der Babys, die 2018 geboren wurden, haben eine Mama, die älter als 40 Jahre ist – auch hier ist ein deutlicher Anstieg erkennbar. Die Frage, warum die Babyzahlen in Deutschland wieder einen leichten Anstieg verzeichnen, bleibt offen: Wünschen sich einfach mehr Frauen ein Kind als die Jahre zuvor? Oder liegt es vielleicht an neuen Behandlungsmethoden und Möglichkeiten, die auch kinderlosen Paaren helfen, ihren Kinderwunsch zu verwirklichen?

Ungewollt kinderlos – welche Behandlungsmethoden gibt es?

Und gibt es neben den bekannten Kinderwunsch-Behandlungen, wie der künstlichen Befruchtung oder hormoneller Behandlungen auch alternative Methoden, die helfen schwanger zu werden? Ja die gibt es. Eine davon ist die Osteopathie – vorausgesetzt es liegt keine medizinische Diagnose vor, die eine Schwangerschaft in jedem Fall ausschließt. Die Ursachen, warum eine Frau nicht schwanger werden kann, sind vielfältig – es ist wichtig diesen auf den Grund zu gehen, bevor man sich einer Behandlung unterzieht.

Hella Peter in ihrer Praxis für Osteopathie

Experten-Interview mit BVO-Osteopathin Hella Peter: „Wir zaubern nicht. Wir unterstützen den Körper bei dem, was er selbst kann.“

Hella Peter hat in ihrer Kieler Praxis für Osteopathie bereits jahrelange Erfahrung auf dem Gebiet sammeln können. Erst kürzlich stand sie der Zeitschrift BUNTE family Rede und Antwort zu diesem Thema. Wir, die BVO-Redaktion, baten Frau Peter zum Interview.

Frau Peter, wie sind Sie auf den Zusammenhang zwischen Osteopathie und Kinderwunsch aufmerksam geworden?

Im Laufe der Zeit kamen vermehrt schwangere Frauen in meine Praxis, daher habe ich mich in diesem Bereich stetig fortgebildet. Die Dozentin dieser Fortbildungen hat auch das Thema Kinderwunsch behandelt und mein Interesse geweckt. Gleichzeitig habe ich mich mit der Behandlung von Hormondrüsen intensiv beschäftigt, die bei der Kinderwunschbehandlung eine wichtige Rolle spielen.

Welche Ursachen für unerfüllten Kinderwunsch können durch Osteopathie behoben werden?

  • Vernarbungen und Verwachsungen haben oft eine mangelnde Durchblutung zur Folge, die wiederum der Grund für das Ausbleiben einer Schwangerschaft sein könnte. Hier kann Osteopathie helfen und durch eine entsprechende Behandlung für eine Verbesserung der Organdurchblutung sorgen. Das gilt übrigens unabhängig von einem Kinderwunsch. Daher ist eine osteopathische Behandlung nach Operationen empfehlenswert.
  • Eine gestörte neurologische Versorgung der kleinen Beckenorgane, die z.B. durch Wirbelsäulen- oder Beckenblockaden entstehen können. Das ist osteopathisch gut behandelbar.
  • Ein Hormonungleichgewicht, dass sich z.B. durch Zyklusstörungen zeigen kann, ist ebenfalls durch Osteopathie behandelbar. Die Behandlung kann aber einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich ergänze diese Behandlung auch mit pflanzlichen Arzneimitteln.

Osteopathie als begleitende Behandlung bei Kinderwunsch

Bei folgenden Ursachen ist Osteopathie als Begleitbehandlung empfehlenswert:

  • Polycystisches Ovarial Syndrom, eine der häufigsten Stoffwechselstörungen bei geschlechtsreifen Frauen.
  • Künstliche Befruchtungen kann durch Osteopathie ebenfalls positiv unterstützt werden.
  • Endometriose kann osteopathisch gut behandelt werden. Im Falle eines Kinderwunsches eher begleitend, als ausschließlich.

Wie lange dauert die osteopathische Behandlung bei Kinderwunsch?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt ganz auf die Ursache an. Ein Hormonungleichgewicht auszugleichen dauert beispielsweise länger, das kann rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Spannungen im Bereich der gynäkologischen Organe können dagegen bereits nach ein bis zwei Sitzungen ausreichend behandelt sein.

Macht es Sinn, dass Frauen sich präventiv behandeln lassen? Also noch lange bevor sie schwanger werden möchten?

Jein. Wer unter chronischem Stress leidet, eine gynäkologische Operation bzw. eine andere Bauchoperation durchführen hat lassen, Schmerzen bei Geschlechtsverkehr oder der Menstruation hat, für den ist der Gang zum Osteopathen in jedem Fall sinnvoll, um eventuelle Störfaktoren ausfindig zu machen und behandeln zu lassen. Auch Frauen, die die Pille nehmen, tun gut daran, sie rechtzeitig abzusetzen und auf anderem Weg zu verhüten. Viele Zyklusstörungen nach dem Absetzen erledigen sich innerhalb eines Jahres oder schneller von selbst. Der Körper hat sich dann selbst reguliert. Wenn das nicht der Fall ist, kann eine osteopathische Behandlung ebenfalls eine gute Unterstützung für den Körper sein.

Frau Peter, Sie haben die letzten Jahre viel Erfahrung in puncto Osteopathie als Behandlungsmethode bei unerfülltem Kinderwunsch gesammelt – was ist Ihr Fazit?

Wir zaubern nicht. Wir unterstützen den Körper bei dem, was er selbst kann. Wenn es also eine sehr konkrete Diagnose gibt, die eine Schwangerschaft in jedem Fall ausschließt, kann auch die Osteopathie nicht helfen. Das heißt aber umgekehrt, wenn es trotz eingehender medizinischer Untersuchungen keine konkrete Diagnose gibt, die eine Schwangerschaft ausschließt, sollte der Weg für junge Paare zum Osteopathen führen – noch bevor sie sich in die schulmedizinische Kinderwunschbehandlung stürzen.

Sie haben weitere Fragen zu diesem Thema? Wenden Sie sich an einen BVO qualifizierten Osteopathen in Ihrer Nähe – einen passenden Therapeuten finden Sie hier >>>.


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