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Osteopathie auf Frühjahrstagung des bayerischen Heilbäderverbands

04.05.18

Am Montag und Dienstag nächste Woche kommt der bayerische Heilbäderverband (BHV) zu seiner Frühjahrstagung in Bad Alexandersbad zusammen. Vom 7. bis zum 8. Mai tauschen sich Vertreter von Kurorten und Heilbädern sowie von Gesundheitseinrichtungen und -organisationen über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen aus. „Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Deutschen Bundestages, Dr. Hans-Peter Friedrich, wollen wir darüber diskutieren, wie die bayerischen Heilbäder und Kurorte weiterhin ihre Rolle als Motor im ländlichen Raum behalten und ausbauen können“, sagt Klaus Holetschek, Vorsitzender des BHV und Mitglied des bayerischen Landtags. Vertreter des Bundesverband Osteopathie e.V. – BVO sowie weiterer osteopathischer Institutionen nehmen an der Veranstaltung teil. Sie werden in die Diskussion einbringen, welchen Beitrag Osteopathen zur Beantwortung der Zukunftsfragen für die Heilbäder bieten können.

Osteopathie als Teil des Angebots

Welche Ansätze die Osteopathie liefert, zeigt der Veranstaltungsort eindrucksvoll auf. Bad Alexandersbad ist nicht nur der Sitz des BVO, sondern hat sich in den letzten Jahren zum „Osteopathie-Heilbad“ entwickelt, wie Bürgermeister Peter Berek es unlängst umschrieb. So haben sich in Bayerns kleinstem Kurort und seinem Umfeld neben dem Verband auch Osteopathie-Praxen sowie mehrere Einrichtungen für die Osteopathie-Aus- und -Fortbildung angesiedelt. „Ich würde unsere Aufgabe so verstehen, wie sie 1780 im Markgräflichen Schloss begonnen hat. Weg von der Reparatur-Kur hin zur vorsorgenden Kur. Und da glaube ich, dass wir als Gegenpart zum klassischen medizinischen Bereich eine ganz große Rolle spielen können. Also das ist für mich der Schwerpunkt von Bad Alexandersbad“, umschreibt es Peter Berek im DeutschlandFunkKultur.

Neues Denken erforderlich

Den Auftakt zum Frühjahrestreffen des BHV macht Dr. Hans-Peter Friedrich mit einer Diskussionsrunde zum Thema: „Heilbäder und Kurorte als Chance für den ländlichen Raum“. Dass dort große Aufgaben und Chancen warten, betont Klaus Holetschek in einer BHV-Meldung Anfang des Monats. Demnach haben die bayerischen Heilbäder und Kurorte in den letzten Jahren viele wissenschaftlich fundierte Präventionsprogramme entwickelt. Beispiele dafür sind „ Mit Moor zum Inneren Gleichgewicht“ in Bad Aibling, das Bewegungsprogramm „Fit4Life“ in Bischofsgrün oder das Programm „Rücken und Gelenke“  in Bad Birnbach oder der Osteopathie-Schwerpunkt in Bad Alexandersbad. „Wir sind nicht so naiv zu glauben, dass wir wieder zurück zu den 900.000 ambulanten Kuren kommen sollen oder müssen. Das gesamte Präventionssystem gehört aber auf den Prüfstand. So wie jetzt kann es nicht weiter gehen. Wir müssen uns doch nur die demographische Entwicklung, die längere Lebensarbeitszeit der Menschen und die zunehmenden Volkskrankheiten wie Rückenleiden, Diabetes oder Demenz anschauen. Und das Thema Pflege und Prävention für Pflegekräfte und pflegende Angehörige ist die Herausforderung schlechthin in den nächsten Jahren,“ so Holetschek.

BHV-Vorsitzender Klaus Holetschek beim Infotag Gesundes Bayern (Foto ©Gesundes-Bayern.de Gert Krautbauer).

BHV-Forderung: Prävention stärken

Der Bayerische Heilbäder-Verband fordert den Bund deshalb auf, das Präventionsgesetz komplett zu überarbeiten und den Risiko-Strukturausgleich der Krankenkassen umgehend auf den Prüfstand zu stellen. „Das Präventionsgesetz ist ein zahnloser Tiger mit vielen schwammigen Formulierungen ohne die Möglichkeit, Druck auf die Krankenkassen auszuüben. Der Risikostrukturausgleich belohnt Krankenkassen mit hohen Ausgaben für Krankheiten“, so Holetschek. Für ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement müsse der Gesetzgeber mehr steuerliche Anreize geben. „Von den Krankenkassen erwarten wir mehr Engagement in der Prävention, mehr professionelles Gesundheitsmanagement und weniger Bürokratie für die Patienten. Wir erwarten von ihnen, dass pflegende Angehörige oder Pflegekräfte nicht um Kuren kämpfen müssen, wie wir es schon in drastischen Fällen erlebt haben.“ Insgesamt ist die Prävention eine Herausforderung für Politik und Gesellschaft“, meint Holetschek. „Hier gilt schlicht der alte, aber bewährte Grundsatz: Vorbeugen ist besser als Heilen.“


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